Für Einzel- und Gruppenaktivitäten steht der Soziale Dienst ein täglich wechselndes Betreuungsangebot, welches für Vitalität, Abwechslung und Förderung des Gemeinschaftslebens sorgen soll. Kulturelle und auch sozialtherapeutische Programmangebote wie z.B. musikalische Unterhaltung, Sitztanz, Singkreis, Frühstücksgruppe sorgen für Kurzweil und fördern die Eigenaktivität.

Der Sozialdienst fördert die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben in der Region durch Ausflüge in die Umgebung, wie z.B. zum nahegelegenen Rursee, Museen und bekannten Ausflugszielen. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern wird ein Klima des Gemeinschaftsgefühls gefördert, um die Bewohnerinnen und Bewohnern spüren zu lassen: Wir sind ein fester Bestandteil der Gesellschaft.

 

Demenz – Unser 3-Säulen-Konzept

  1. Bewegung

Bewegung ist für Körper, Geist und Seele elementar und wichtig. Muskeln möchten möglichst jeden Tag bewegt werden. Aus diesem Grunde bieten wir in Bezug auf unsere Einzel- und Gruppenbetreuung Spaziergänge, Spazierfahrten mit dem Rollstuhl z.B. an der frischen Luft, Kurzausflüge, Spezialgymnastik für relativ mobile Bewohnerinnen und Bewohner sowie Sitzgymnastik für weniger mobile Bewohnerinnen und Bewohner an. Auch “Tanztee”, der an Veranstaltungen aus früherer Zeit anknüpft, regt die Sinne an. Selbst Rollstuhlfahrer werden zum Takt der Musik bewegt, alle Teilnehmer können Schunkeln, Klatschen und Singen.

Hierzu gehört auch die Motivation an obigen Angeboten teilzunehmen.

Die Gymnastik ist gut für den Kreislauf und das Immunsystem, regt die Durchblutung an und dient u.a. auch der Sturzprophylaxe. Regelmäßige Teilnahme an Bewegungsangeboten mindert das Sturzrisiko insgesamt.

  1. Musik

Fast jeder Mensch mag Musik. Man sagt, sie spreche die Seele des Menschen an. Musik wird in der ganzen Welt verstanden, da sie ohne Sprache auskommt. Sie spricht die emotionale Ebene an.

Kognitiv eingeschränkte Menschen haben manchmal eine „eigene Sprache“ entwickelt, auf Grund von Wortfindungsstörungen oder geistigen Veränderungen, die zu einer vereinfachten Kommunikation bzw. non-verbalen Kommunikation führen. Mit Hilfe von Musik kann geschunkelt, getanzt, geklatscht oder gesungen werden. Je nachdem, welche Ressourcen noch vorhanden sind bzw. aktiviert werden können. Ebenfalls werden im sog. Altgedächtnis Erinnerungen wieder angesprochen.

Hierauf nehmen unsere Angebote Bezug: Das regelmäßige Singen in der Gruppe drinnen bzw. draußen, das Singen ist ein Bestandteil in der Geselligen Runde,
Einzelbebetreuung (Singen/Musizieren am Pflegebett, Singliesel), das Spielen auf Musikinstrumenten (Begleitung von Liedern oder Musikstücken, Musikimprovisationen), Musiknachmittag (Alte Schlager, Operettenmusik oder Leichte Klassik), Musikbegleitung während der Gymnastrik und ein Kanon bildet immer den Abschluss, beim Tanztee sind es altbekannte Melodien (Unterhaltungs- und Tanzmusik, Oldies) und zum Abschluss unser “Samaritanerlied”, was einst durch Bewohner des Hauses geschrieben wurde. (Anmerkung: Aufgrund der Coronapandemie ist das Singen aktuell tatsächlich nicht möglich –  ein Mitsummen aber ohne Probleme machbar).

Zudem bilden die Feste im Jahreskreis Möglichkeiten passiv (Hören) und aktiv (Singen, Schunkeln, Klatschen, Sitztanz) Musik zu machen. In der Regel begleiten uns Musiker, die durch die Musik Gemütlichkeit, Geselligkeit und Frohsinn hervorrufen.

Musik kann uns auch bei Ausflügen begleiten (Singen, Radio oder das Abspielen einer CD) oder den Alltag beleben (Radio, TV oder das Abspielen einer CD auf Station).

Überall können wir auf Musik stoßen. Wichtig ist dabei, dass sie gezielt und dosiert eingesetzt wird, so dass die Freude an der Musik erhalten bleibt.

  1. Kunst

Kunst ist als Oberbegriff zu verstehen. Sie kann auf vielfältige Weise in der Betreuungsarbeit eingesetzt werden. Unabhängig von Sozialisation und Bildung ist ein ungezwungener Zugang möglich. Kunst kann viel bewegen, wenn sie zielorientiert eingesetzt wird.

Zu unserer Arbeit mit Kunst gehört eine Malgruppe für kognitiv eingeschränkte und nicht eingeschränkte Bewohnerinnen und Bewohner. Regelmäßig trifft sich die Gruppe für einige Stunden. Verschiedene Maltechniken kommen dabei zur Anwendung: Beliebt ist „Teamwork“. Unter diesem Wort ist die Teilnahme aller Bewohner an einem Kunstobjekt zu verstehen. Jeder kann sich nach seinen Fähigkeiten einbringen. Als Beispiele seien „Segelregatta“ (Siebdrucktechnik), „Regenschirme im Herbst“ (Verschiedene Techniken), Krippenbild (Verschiedene Techniken) und Collagen (Fotos von Stolberg und vom Heim des Guten Samaritan sowie alte Fotos, Stolberger Originale) genannt.

Einige Bilder und Collagen der Malgruppe sind im ganzen Haus dauerausgestellt, sie zieren die Flure und Bereiche. Außerdem möchten wir, dass möglichst viele Bewohner an den von uns geschaffenen „Kunstwerken“ teilhaben können, so werden z.B. Geburtstagskarten im Postkartenformat von Hand als Unikate gefertigt.

Weiterhin gehören in unregelmäßigen Abständen kleine Kunstvorträge, die regionale Kunst bzw. Interesse an bestimmten Künstlern berücksichtigt, dazu. Sie werden im Rahmen einer Kleingruppenaktivität durchgeführt.

Ergänzend gibt es Museumsbesuche, die die Lebenswelten bzw. Wünsche/Interessen der Bewohner berücksichtigen.

Auch Fotografien (Fotokunst), z.B. von Reisen, Jahreszeiten und Gärten sind bei Bewohnern beliebt. Eingebettet in das Angebot „Bunter Nachmittag“ können Bewohner großformatige Bilder auf dem Laptop betrachten. Manchmal werden Erinnerungen geweckt bzw. regen die Kommunikation an.

Zwecks Gestaltung/Dekoration für unsere Feste und Stationen tragen einfache bzw. kleine Bastelarbeiten zur Verschönerung bei.

Kunst kann uns überall begegnen und zum Wohlsein beitragen.